Minimal Invasive Technik

CT-gesteuerte Facettengelenksinfiltration

Kryodenervation der Facettengelenke

Minimal Invasive Technik

Für die Schmerztherapie wurden im Laufe von mehreren Jahren Techniken entwickelt, wie wirbelsäulenbedingte Nervenschmerzen gezielt mit Injektionen und Infiltrationen behandelt werden können. Sowohl Bandscheibenvorfälle als auch Verschleißerkrankungen können mit einem komplexen Programm der Schmerztherapie erfolgreich behandelt werden. In vielen Fällen kann dadurch eine Operation vermieden werden.

Die verschiedenen Injektionen, die je nach Beschwerdebild eingesetzt werden, machen die gereizten Nerven unempfindlich. Die Wirbelsäulenbeweglichkeit verbessert sich und die Belastbarkeit wird wieder hergestellt. Auch Vorfälle der Bandscheiben können sich teilweise zurückziehen, so dass die Nerven nicht mehr komprimiert werden.

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CT-gesteuerte Facettengelenksinfiltration

Die Arthrose der gelenkigen Verbindungen der einzelnen Wirbelkörper (sog. Facettengelenke) ist ein häufiger Grund für Schmerzen in der Wirbelsäule. Hauptsächlich betroffen sind die mechanisch besonders belasteten unteren Segmente der Lendenwirbelsäule. Wie alle arthrotisch veränderten Gelenke können die Facettengelenke eine stumme oder eine aktivierte Arthrose haben. Die aktivierte Arthrose ist verbunden mit den typischen, teils belastungsabhängigen Schmerzen in der Wirbelsäule.

Dieses Bild zeigt ein Computertomogramm des Segmentes L4/5 auf Höhe der Facettengelenke (roter Pfeil). Die Gelenke sind unregelmäßig konturiert, weisen knöcherne Ausziehungen an den Rändern, sog. Osteophyten, auf (grüner Pfeil). Die Gelenkflächen sind verdichtet (Sklerose). Die Erkrankung der Facettengelenke heißt Spondylarthrose.

Therapie:

Die aktivierte Facettengelenksarthrose kann mit gezielten Injektionen in die Gelenkkapsel der betroffenen Facettengelenke behandelt werden. Hierdurch ändert man nichts am Verschleiß der Gelenke, man kann aber die aktivierte Arthrose in eine ?stumme? Arthrose überführen. Hierzu benutzt man zunächst ein lokal wirksames Cortisonpräparat, vermischt mit einem Lokalanästhetikum. Um den weiteren Knorpelverschleiß zu bremsen kann in weiteren Sitzungen auch ein Hyaluronsäure - Präparat verwendet werden. Letzteres stellt keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse dar. Hierüber informieren wir Sie ggf. gesondert.

Technik:

Im CT (Dr. Katlewski ? 1. OG der Heliosklinik ? zum vereinbarten Termin in der Zentralen Notaufnahme melden) wird in Bauchlage die Höhe der betroffenen Facettengelenke lokalisiert und mit einem Laser angezeigt.

Nun wird eine dünne Injektionsnadel eingeführt, dies fühlt sich ungefähr wie eine intramuskuläre Injektion (z.B. Impfung) an.

In einem zweiten Bild wird die Nadel identifiziert und die korrekte Nadellage dokumentiert. Gegebenenfalls wird die Position der Nadel nochmals korrigiert. Erst wenn die Nadelspitze in der Gelenkkapsel lokalisiert wird, wird das Medikament appliziert.

Dieses Bild zeigt die Spitze der Punktionsnadel im linken Facettengelenk. Ist eine solche Situation dokumentiert, ist man 100% sicher, dass man das reizstillende Medikament ins korrekte Gelenk injiziert.

Risiken:

  • Entzündungen oberflächlich und tief durch die Injektion.
  • Vorübergehendes Taubheitsgefühl und Schwäche im Bein durchdas Lokalanästhetikum, falls eine Nervenwurzel umflossen wird.
  • Minimale Strahlenbelastung, die ca. 10x geringer ist, als bei einem diagnostischen CT.Fehlende Wirksamkeit bei Erkrankungen, die über die Arthrose der Facettengelenke hinausgehen.
  • Erneut auftretende Beschwerden, wenn die Wirksamkeit des Medikamentes nachlässt. Der Zeitpunkt ist nicht vorhersagbar.
  • minimal systemische Unverträglichkeit durch das Cortisonpräparat,
  • Allergie und Unverträglichkeiten.
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Kryodenervation der Facettengelenke

Haben 2 CT-gesteuerte Infiltrationen der Facettengelenke zu einer Linderung der Rückenschmerzen geführt, kann man mit ausreichend hoher Erfolgswahrscheinlichkeit eine thermische Verödung der Schmerznerven der Facettengelenke durchführen. Wir verwenden hierfür eine Kältesonde.


Dieses Bild zeigt eine Kryo ? Denervierungssonde, die unter Lokalanästhesie und leichter Narkose unter sterilen Bedingungen im Bereich der betroffenen Facettengelenke eingebracht wird.

Unter Röntgenkontrolle wird die Kältesonde an den Schmerznerv herangeführt. Die benachbarten Segmente müssen mitbehandelt werden

Die ca. Kugelschreiberminen ? dicke Kältesonde wird in Bauchlage über den betroffenen Segmenten eingebracht. Hierfür wird der Pat. von einem Anästhesisten unter eine sehr schwache Narkose gesetzt, die den Pat. wach lässt, aber die Schmerzen gut erträglich macht. Ein Röntgengerät zeigt die korrekte Eintrittsstelle, die zusätzlich lokal betäubt wird. Trifft man auf den Schmerznerv, wird dieser mit einem schwachen Strom stimuliert. Hierdurch wird ein elektrisierendes Gefühl ausgelöst. Danach wird die Sonde mit Kohlendioxid gekühlt und so der Schmerznerv verödet. Jede Lokalisation wird 90 Sekunden behandelt. Die Schmerzreduktion hält statistisch ca. 11 Monate an.

Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. Nach einer kurzen Überwachungsphase darf der Patient nach Hause. Marcumar muss vor einem solchen Eingriff rechtzeitig vom Hausarzt abgesetzt werden. Gegen die Einnahme von Aspirin bestehen keine Einwände.

Risiken:

  • Nachblutung, Bluterguss, Verletzung von Blutgefäßen.
  • Verletzung der Nervenwurzel mit anhaltendem Taubheitsgefühl oder Lähmungen.
  •  Anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen.
  • Instrumentenbruch
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